Therapie über Medikamente

Hinweis zum Impfschutz: Es ist wichtig, dass vor einer Therapie mögliche Infektionen ausgeschlossen werden, wie z.B. Tuberkulose oder Hepatitis B. Darüber hinaus sollte der aktuell bestehende Impfschutz überprüft werden und, falls nötig, erweitert oder aufgefrischt werden, um das Risiko von Infektionen zu verringern, wenn Immunsuppressiva oder Biologika verwendet werden.

Möglichkeiten der Behandlung

Morbus Crohn

Behandlung bei akuten Symptomen
Exklusive Ernährungstherapie (EET)
Kortisonpräparate
Biologika

Langzeittherapie gegen das Risiko von Rückfällen
Teilweise Ernährungstherapie (PET)
Aminosalicylate
Immunsuppressiva
Biologika

Colitis ulcerosa

Behandlung bei akuten Symptomen
Aminosalicylate
Kortisonpräparate
Immunsuppressiva
Biologika

Langzeittherapie gegen das Risiko von Rückfällen
Aminosalicylate/Probiotika
Immunsuppressiva
Biologika

Biologika sind sehr komplexe Medikamente, die gezielt in die fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems eingreifen, indem sie bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) blockieren, wodurch der Entzündungsprozess unterbrochen werden kann und das Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) langfristig kontrolliert werden kann. Die Wirkung setzt in der Regel schnell ein. Bei Kindern und Jugendlichen kommen TNF-Hemmer zum Einsatz. Diese werden unter die Haut gespritzt (subkutan) oder als Infusion verabreicht (intravenös). In der Behandlung sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um Nebenwirkungen auszuschließen und die Wirksamkeit zu überprüfen. Biosimilars sind Nachahmerprodukte der Original-Biologika, die ihnen ähnlich sind, jedoch nicht identisch. Trotzdem gibt es keine klinisch relevanten Unterschiede.
Immunsuppressiva sind Medikamente, die das überaktive Immunsystem des Körpers beeinflussen und dadurch Entzündungen hemmen. Die Wirkung setzt erst nach einigen Monaten ein und sie werden entweder als Tabletten oder Spritzen verabreicht. Während der Behandlung müssen regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um mögliche Nebenwirkungen auszuschließen und die Wirksamkeit zu überprüfen.
Kortisonpräparate sind Medikamente, die auch als Glukokortikoide, Kortikoide oder umgangssprachlich Kortison bekannt sind. Sie haben entzündungshemmende Wirkung und wirken schnell. In hohen Dosierungen unterdrücken sie die Immunreaktion, heilen jedoch nicht die Schleimhaut. Kortisonpräparate können als Tabletten, Spritzen, Infusionen, Rektalschaum oder Einlauf verabreicht werden. Aufgrund ihrer Nebenwirkungen sollten sie bei Kindern und Jugendlichen möglichst selten und generell nicht langfristig eingesetzt werden, da sie das Wachstum beeinträchtigen können. Nach längerem Einsatz müssen Kortisonpräparate schrittweise abgesetzt werden.
Aminosalicylate sind Arzneimittel, die auch unter dem Namen 5-ASA-Präparate bekannt sind. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung und werden zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt. Je nachdem, wo sich die Entzündung befindet, können Aminosalicylate als Tablette, Granulat, Zäpfchen, Rektalschaum oder Einlauf (Klysma) verabreicht werden.

Hinweis: Wenn eine chronisch entzündliche Darmerkrankung besonders aggressiv ist und nicht auf andere Therapien anspricht oder Komplikationen wie Abszesse, Fisteln oder Darmverengungen auftreten, kann eine Operation erforderlich sein. In solchen Fällen können beispielsweise Teile des Darms entfernt werden. Gelegentlich wird vorübergehend ein künstlicher Darmausgang, ein sogenanntes Stoma, angelegt, um den Darm zu entlasten. Es ist wichtig, dass Operationen bei Kindern und Jugendlichen nur in spezialisierten Kliniken durchgeführt werden, da hierfür besondere Erfahrung notwendig ist.

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