Reisen trotz Morbus Crohn

Möchtet Ihr auf Reisen gehen? Mit Morbus Crohn ist es auf keinen Fall notwendig, Euren Traumurlaub aufzugeben. Mit einer Auszeit könnt Ihr den Alltag hinter Euch lassen und neue Energien tanken. Damit Ihr eine schöne Zeit haben könnt, solltet Ihr jedoch einige wichtige Dinge berücksichtigen, darunter die Aktivitätslevel Eurer Krankheit.

Wenn Ihr Euch in einer symptomfreien Phase befindet, kann Euch nichts davon abhalten, Eure Reisepläne umzusetzen. Während eines Schubs ist es jedoch besser, ein Ziel in näherer Umgebung zu wählen oder die Reise zu verschieben. Es ist ebenfalls wichtig, über die hygienischen Standards an Eurem Reiseziel Bescheid zu wissen, damit Ihr im Falle eines Notfalls angemessen versorgt werden könnt. Konsultiert Euren Arzt rechtzeitig, sodass Ihr alle wichtigen Punkte bereden und berücksichtigen könnt.

Arzneimittel ins Handgepäck

Reisen mit Morbus Crohn erfordert eine sorgfältige Planung, wenn es um die Mitnahme und Lagerung Ihrer Medikamente geht. Verstauen Sie die Medikamente am besten in Ihrem Handgepäck, sodass Sie sie jederzeit griffbereit haben. Packen Sie auch ein paar Reserven ein, um auf eventuell auftretende Verzögerungen wie Flugausfälle oder Staus vorbereitet zu sein.

Erkundigen Sie sich im Voraus auch nach den Bestimmungen Ihrer Fluggesellschaft für die Mitnahme von Flüssigkeiten und transportieren Sie kühlungspflichtige Medikamente, z.B. Biologika, in einer Kühltasche im Handgepäck. Halten Sie sich an die Packungsbeilage und konsultieren Sie bei Bedarf Ihren Arzt oder Apotheker. Ein ärztliches Attest über den Medikamentenbedarf kann Missverständnissen bei Zoll- und Sicherheitskontrollen vorbeugen. Stellen Sie sicher, dass alle notwendigen Informationen in Deutsch, Englisch und, falls möglich, in der Landessprache auf dem Attest stehen.

Medikamente kühl lagern

Beachtet Sie bitte, dass die Stromversorgung in Hotelzimmern, wie Kühlschränke und Minibars, mithilfe einer Codekarte aktiviert wird. Sollten Sie die Kühlung Ihrer Arzneimittel dort benötigen, ist es wichtig, dass Sie vorab sicherstellen, dass die kontinuierliche Kühlung gesichert ist, da ansonsten die Wirksamkeit der Präparate eingeschränkt werden könnte.

Da durch manche Medikamente das Risiko einer Erkrankung erhöht ist, ist es besonders wichtig, dass Sie Ihren Arzt rechtzeitig kontaktieren, um sicherzustellen, dass Sie auf die passenden Impfstoffe zurückgreifen können. Nehmen Sie sich hier rechtzeitig ausreichend Vorlauf, damit Ihnen die Zeit nicht vor der Behandlung davonläuft.

Im Rhythmus bleiben

Falls Sie sich in einer anderen Zeitzone aufhalten, könnte die Zeitverschiebung Auswirkungen auf Ihre Einnahme von Medikamenten haben. Um nicht mitten in der Nacht ein Medikament nehmen zu müssen, empfiehlt es sich, den Zeitraum zu verkürzen, anstatt ihn zu verlängern. Nehmen Sie das Medikament also vor dem Schlafengehen und befolgen Sie dann den gewohnten Rhythmus.

Wirkstoffe, die Sie nicht täglich nehmen, sollten Sie in gleichen Intervallen und zur gleichen Uhrzeit wie zu Hause einnehmen. Für weitere Informationen bezüglich der Medikamenteneinnahme im Zusammenhang mit der Zeitverschiebung können Sie Ihren Arzt oder Apotheker kontaktieren.

Personen, die an einer chronischen Darmentzündung leiden, sollten vorsichtig bei Reisen sein. Denken Sie an die Regel: “Koch es, brate es, schäle es oder vergiss es!”. Waschen Sie vor dem Schälen einer Frucht zuerst die Frucht und anschließend Ihre Hände. Verzichten Sie auf halbgekochte oder rohe Speisen, Eiswürfel und Produkte aus Rohmilch. Beachten Sie, dass frisches Obst in vielen warmen Ländern beregnet wird, um es frisch zu halten. Trinken Sie nur Getränke aus original versiegelten Flaschen, aber kein Leitungswasser. Regelmäßiges Händewaschen ist ebenfalls wichtig. Zusätzlich sollten Sie sich für den Notfall rüsten und mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen, wie Sie Ihre Reiseapotheke bestücken sollten.

Es ist empfehlenswert, eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Vor dem Vertragsabschluss sollten Sie allerdings sicherstellen, dass Sie Ihren Anspruch auch geltend machen können, wenn die Erkrankung mit einer chronischen Erkrankung in Verbindung steht. Da dies häufig ausgeschlossen ist, ist dies besonders wichtig.

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