Erste Anzeichen verstehen und deuten

Es kann wichtig sein, Morbus Crohn rechtzeitig zu erkennen, da die Diagnose unter Umständen viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Durch eine frühzeitige Therapie besteht die Möglichkeit, dauerhafte Schäden zu verhindern.

Wie intensiv und welcher Art Ihre Beschwerden sind, ist abhängig von der Intensität der Entzündung und dem Ausmaß an Betroffenheit Ihres Verdauungstraktes. Der Verlauf der Krankheit variiert bei jedem Morbus-Crohn-Betroffenen und kann sich zu Beginn durch ein geringes Unbehagen, Blähungen, und Durchfall äußern und sich bei fortschreitender Erkrankung auch noch verschlimmern.

Keine spezifischen Symptome

Symptome einer Morbus Crohn-Erkrankung sind häufiger, wässriger oder breiiger Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen, Müdigkeit, Fieber, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Komplikationen der Krankheit können Verbindungen zwischen zwei Darmschlingen, von Darm zur Haut oder zu anderen Organen, Eiteransammlungen sowie Schwellungen und Vernarbungen der Darmschleimhaut sein. Auch eine Verengung des Darms (Stenose) kann auftreten.

Kein einheitliches Krankheitsbild

Morbus Crohn kann in Schüben verlaufen, so dass es manchmal auch Phasen gibt, in denen Sie sich wieder wohler fühlen. Jeder Krankheitsverlauf ist anders, sodass die Dauer des Schubs und die weitere Verbreitung der Entzündung nicht vorhergesagt werden können. Unbehandelt wird Morbus Crohn aber wahrscheinlich fortschreitend und dauerhaft Schäden am Darm verursachen.

Eine frühzeitige und wirksame Behandlung kann verhindern, dass dies passiert. Morbus Crohn kann auch außerhalb des Verdauungstrakts zu Beschwerden führen, zum Beispiel Entzündungen der Augen, der Haut, der Leber oder der Gelenke oder Abnahme der Knochendichte. Diese Beschwerden sind normalerweise behandelbar und sollten von einem Facharzt behandelt werden. Auch kann eine erfolgreiche Therapie des Morbus Crohn die Beschwerden außerhalb des Verdauungstraktes verbessern.

Bei ersten Anzeichen für Morbus Crohn

Wenn Sie Anzeichen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zeigen, empfiehlt es sich, einen CED-Spezialisten (Gastroenterologen, der sich auf chronisch-entzündliche Darmkrankheiten spezialisiert hat) konsultieren. Dieser kann einige Untersuchungen durchführen und eine individuell auf Sie abgestimmte Therapie empfehlen. Zu Beginn wird ein ausführliches Gespräch (Anamnese) geführt, gefolgt von einer körperlichen Untersuchung, um Druckschmerzen oder Verhärtungen des Bauchs festzustellen. Auch ein Abtasten des Afters wird durchgeführt. Es gibt keinen einzelnen Labortest, mit dem Morbus Crohn eindeutig diagnostiziert werden kann, daher müssen die Ergebnisse mehrerer Untersuchungen zusammengesetzt werden. Bestimmte Blut- und Stuhltests können dennoch wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose von Morbus Crohn liefern.

Um eine mögliche Erkrankung zu bestimmen, führt der Arzt eine Spiegelung des Verdauungstrakts (Endoskopie) durch. Dabei kann die Darmschleimhaut beurteilt und das Ausmaß der Entzündung erkannt werden. Gewebeproben werden ebenfalls entnommen und untersucht. Bei Verdacht auf Morbus Crohn wird eine Ileokoloskopie empfohlen, bei der der Dickdarm und der Übergang in den Dünndarm gespiegelt werden. Des Weiteren werden bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie, Computertomografie und Ultraschall hinzugezogen, um die Diagnose zu bestätigen.

Einige Untersuchungsmethoden werden nicht nur zur Diagnose von Morbus Crohn, sondern auch zur regelmäßigen Kontrolle des Krankheitsverlaufs und des Entzündungsgeschehens im Darm angewendet. Dazu zählen neben der Darmspiegelung auch Untersuchungen von Blut und Stuhl. Seit einigen Jahren wird dazu ein Stuhltest auf Calprotectin eingesetzt. Er kann zwar nicht alle Darmspiegelungen und Blutuntersuchungen ersetzen, ist aber als Verlaufskontrolle sicher und unkompliziert in der Handhabung.

Calprotectin

Calprotectin ist ein Eiweiß, welches in der Zellflüssigkeit von weißen Blutkörperchen vorhanden ist, die für die Abwehr von Infektionen verantwortlich sind. Es wird als fäkaler Biomarker betrachtet, und ein erhöhter Calprotectin-Wert im Stuhl kann auf eine Entzündung des Darms hinweisen. Der Stuhltest kann überprüfen, ob die Behandlung den gewünschten Erfolg bringt oder ob die Krankheit weiterhin aktiv ist.

Es ist einfach, den Test durchzuführen, wenn Ihr Arzt Ihnen das benötigte Material zur Verfügung stellt – eine Stuhlprobe, die möglichst vom ersten Stuhlgang des Tages stammt, muss in das Plastikröhrchen gegeben werden und dann schnellstmöglich beim Arzt abgegeben werden. Im Labor wird der Calprotectin-Wert analysiert.

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