Kolektomie

Kolektomie: chirurgischer Eingriff bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Die Kolektomie, auch bekannt als Dickdarmresektion, ist ein chirurgischer Eingriff, der bei schweren oder komplizierten Fällen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt wird. Diese beiden Erkrankungen gehören zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), die durch anhaltende Entzündungen des Verdauungstraktes gekennzeichnet sind.

Kolektomie bei Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine entzündliche Darmerkrankung, die durch periodische Entzündungen charakterisiert ist und jeden Teil des Verdauungstrakts betreffen kann. Die Krankheit führt häufig zu Symptomen wie starken Bauchschmerzen, Durchfall und Gewichtsverlust. In schweren Fällen, in denen konservative Behandlungen wie Medikamente oder diätetische Anpassungen nicht wirksam sind, kann eine Kolektomie erforderlich sein. Der Eingriff bei Morbus Crohn wird in der Regel als letzte Option betrachtet, insbesondere wenn Komplikationen wie Strikturen, Fisteln oder ein toxisches Megakolon auftreten.

Kolektomie bei Colitis ulcerosa

Im Gegensatz zu Morbus Crohn, der den gesamten Verdauungstrakt betreffen kann, ist Colitis ulcerosa auf den Dickdarm (Kolon) und den Enddarm (Rektum) beschränkt. Diese Erkrankung zeichnet sich durch eine kontinuierliche Entzündung der Darmschleimhaut aus. Bei Colitis ulcerosa ist die Kolektomie nicht nur eine Behandlung für schwere oder medikamentös unbeherrschbare Fälle, sondern kann auch eine präventive Maßnahme gegen kolorektalen Krebs sein, da Patienten mit langer Krankheitsdauer ein erhöhtes Risiko für diese Art von Krebs haben.

Verwandte Behandlungsansätze

Neben der Kolektomie gibt es andere verwandte chirurgische Eingriffe und Behandlungsansätze für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Dazu gehören die Ileostomie oder die Proktokolektomie, bei denen der Dickdarm und eventuell auch der Enddarm entfernt und ein Stoma (künstlicher Darmausgang) angelegt wird. Ein weiterer Begriff in diesem Kontext ist die “minimal-invasive Chirurgie”, eine Technik, die bei einer Kolektomie angewendet werden kann, um die Erholungszeit zu verkürzen und das Risiko von Komplikationen zu verringern.

Die Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa umfasst in der Regel auch einen multidisziplinären Ansatz, der medikamentöse Therapien, Ernährungsmanagement und psychologische Unterstützung einschließt. Die Entscheidung für eine Kolektomie wird immer individuell getroffen und hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Alter des Patienten, dem Schweregrad der Erkrankung und dem Ansprechen auf andere Behandlungsmethoden ab.

Die Kolektomie ist ein wichtiger, wenn auch manchmal letzter Schritt in der Behandlungskette für Patienten mit schwerem Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Diese Operation kann nicht nur zur Linderung schwerer Symptome beitragen, sondern auch die Lebensqualität der Patienten erheblich verbessern.

Arten und Unterscheidungen der Kolektomie

Bei der Kolektomie, der chirurgischen Entfernung des Dickdarms, gibt es verschiedene Arten, die je nach zugrunde liegender Erkrankung, Ausmaß des betroffenen Darmabschnitts und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten angewendet werden. Die Unterscheidungen bei der Kolektomie umfassen:

Totale Kolektomie

Bei einer totalen Kolektomie wird der gesamte Dickdarm entfernt. Diese Operation wird häufig bei Patienten mit Colitis ulcerosa, familiärer adenomatöser Polyposis und in einigen Fällen von Morbus Crohn durchgeführt.

Partielle Kolektomie (Segmentale Resektion)

Eine partielle Kolektomie beinhaltet die Entfernung eines Segmentes des Dickdarms. Dieser Eingriff wird häufig bei lokalisierten Erkrankungen wie Darmkrebs oder in bestimmten Fällen von Morbus Crohn angewendet, bei denen nur ein Teil des Dickdarms betroffen ist.

Hemikolektomie

Die Hemikolektomie bezieht sich auf die Entfernung des rechten (rechtsseitige Hemikolektomie) oder linken (linksseitige Hemikolektomie) Teils des Dickdarms. Diese Operation wird oft bei Darmkrebs oder bei entzündlichen Erkrankungen durchgeführt, die sich auf einen bestimmten Teil des Dickdarms konzentrieren.

Proktokolektomie

Bei der Proktokolektomie werden sowohl der gesamte Dickdarm als auch das Rektum entfernt. Dieser Eingriff ist oft notwendig bei Colitis ulcerosa und manchmal bei Morbus Crohn, insbesondere wenn das Rektum stark betroffen ist.

Kolektomie mit Ileostomie oder Ileoanaler Anastomose

Nach einer totalen Kolektomie kann entweder eine Ileostomie (Anlegen eines künstlichen Darmausgangs am Ileum, dem letzten Abschnitt des Dünndarms) oder eine ileoanale Anastomose (Verbindung des Ileums mit dem Anus) durchgeführt werden. Die Ileoanale Anastomose ermöglicht es dem Patienten, die normale Stuhlentleerung über den Anus beizubehalten, während bei einer Ileostomie der Stuhl in einem externen Beutel gesammelt wird.

Laparoskopische und offene Kolektomie

Neben den verschiedenen Arten der Kolektomie unterscheidet man auch zwischen der laparoskopischen (minimal-invasiven) und der offenen Kolektomie. Bei der laparoskopischen Kolektomie werden kleine Einschnitte und spezialisierte Instrumente verwendet, was in der Regel zu einer schnelleren Erholung und weniger Komplikationen führt. Die offene Kolektomie erfordert einen größeren Schnitt im Bauchbereich und hat eine längere Erholungszeit.

Jede dieser Kolektomie-Arten hat spezifische Indikationen, Vorteile und potenzielle Risiken. Die Entscheidung für eine bestimmte Art der Kolektomie wird von dem behandelnden Chirurgen basierend auf der individuellen Situation des Patienten getroffen.

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