Kapselendoskopie

Die Kapselendoskopie ist eine moderne und sehr schonende Untersuchungsmethode, mit der Ärzte das Innere des Dünndarms betrachten können. Das Besondere daran: Statt eines herkömmlichen Endoskops (Schlauchs) schluckt der Patient lediglich eine kleine Kapsel, die etwa so groß ist wie eine herkömmliche Vitamintablette.

In dieser Kapsel befindet sich eine winzige Kamera. Auf ihrem natürlichen Weg durch den Verdauungstrakt macht sie Tausende von Bildern, die an ein kleines Aufnahmegerät gesendet werden, das der Patient bequem an einem Gürtel trägt. Die Kapsel wird später auf natürlichem Weg über den Stuhlgang wieder ausgeschieden.

Für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist dieses Verfahren oft ein wichtiger Puzzlestein in der Diagnostik. Bei einer herkömmlichen Magenspiegelung (von oben) oder Darmspiegelung (von unten) können Ärzte den meterlangen Dünndarm in der Mitte oft nicht vollständig einsehen. Da Morbus Crohn sehr häufig genau in diesem Dünndarmbereich Entzündungen verursacht, hilft die Kapselendoskopie dabei, diese Stellen aufzuspüren und den Schweregrad zu beurteilen.

Bei der Colitis ulcerosa kommt das Verfahren seltener zum Einsatz, da sich diese Erkrankung auf den Dickdarm beschränkt, der mit einer normalen Darmspiegelung (Koloskopie) besser und genauer untersucht werden kann.

Falls bei Ihnen der Verdacht auf eine Engstelle (Stenose) im Darm besteht, wird der Arzt die Untersuchung sehr sorgfältig abwägen. Oft wird in solchen Fällen vorab eine sogenannte „Patency-Kapsel“ (eine sich selbst auflösende Probepille) geschluckt, um sicherzugehen, dass die echte Kamera-Kapsel den Darm problemlos passieren kann und nicht stecken bleibt.

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