Die Histologie (auch Gewebelehre genannt) ist die feingewebliche Untersuchung von Körperzellen unter dem Mikroskop. Wenn Sie eine Darm- oder Magenspiegelung haben, entnimmt der Arzt mit einer winzigen Zange kleine Gewebeproben aus der Darmschleimhaut. Dieser Vorgang wird Biopsie genannt und ist völlig schmerzfrei.
Diese winzigen Proben werden anschließend in ein Labor geschickt und von einem Spezialisten (Pathologen) in hauchdünne Scheiben geschnitten, eingefärbt und unter dem Mikroskop genauestens betrachtet. Die Histologie liefert also den Blick „tief in die Zellen“, der mit dem bloßen Auge bei einer Spiegelung nicht möglich ist.
Bedeutung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist der histologische Befund extrem wichtig – oft ist er das entscheidende Puzzleteil für die endgültige Diagnose.
Auch wenn der Darm bei einer Spiegelung für den Arzt schon typisch entzündet aussieht, zeigt erst die Histologie das genaue Muster der Entzündung. Das hilft vor allem bei folgenden Punkten:
- Unterscheidung der Krankheit:
Die Zellen verraten oft, ob es sich um Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa handelt. Bei Morbus Crohn findet man in der Histologie manchmal sogenannte „Granulome“ (kleine entzündliche Knötchen), die bei Colitis ulcerosa nicht vorkommen. - Schweregrad:
Der Pathologe kann genau sehen, wie tief die Entzündung in die Darmschleimhaut eingedrungen ist und wie aktiv sie aktuell ist. - Krebsvorsorge:
Bei langjährigen CED-Patienten ist die Histologie entscheidend, um sehr frühe, noch gut behandelbare Zellveränderungen (Dysplasien) zu entdecken, lange bevor ein Tumor entstehen könnte. Das gibt Sicherheit bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen.
