Ferritin

Ferritin ist ein spezielles Eiweißmolekül im menschlichen Körper, dessen Hauptaufgabe es ist, Eisen sicher zu speichern. Wenn bei einer Blutuntersuchung der Eisenhaushalt überprüft wird, ist der Ferritinwert im Serum oft viel aussagekräftiger als der reine Eisenwert selbst. Er zeigt nämlich genau an, wie gut die langfristigen Reserven in den Zellen – vor allem in der Leber, der Milz und dem Knochenmark – gefüllt sind. Ist der Ferritinwert zu niedrig, deutet dies auf leere Eisenspeicher hin, auch wenn sich das noch nicht zwingend in einer Blutarmut äußern muss.

Bei der Betreuung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wird dieser Laborwert sehr regelmäßig kontrolliert. Durch unbemerkte, kleine Blutverluste an der entzündeten Darmschleimhaut oder eine verminderte Aufnahme von Nährstoffen im Dünndarm entleeren sich diese Speicher bei Betroffenen oft deutlich schneller als bei gesunden Menschen. Ein rechtzeitiger Blick auf das Ferritin hilft dem Arzt dabei, einer drohenden starken Erschöpfung frühzeitig entgegenzuwirken.

Ein wichtiges Detail für die Interpretation dieses Wertes ist, dass Ferritin auch ein sogenanntes Akute-Phase-Protein ist. Das bedeutet, dass der Wert bei einer akuten Entzündung im Körper fälschlicherweise normal oder sogar erhöht im Laborbericht erscheinen kann, obwohl die Eisenspeicher in Wahrheit völlig leer sind. Erfahrene Ärzte betrachten das Ferritin deshalb nie isoliert, sondern immer im engen Zusammenhang mit anderen Entzündungswerten wie dem CRP, um den wahren Zustand der Reserven richtig einzuschätzen.

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