Der Gastrointestinaltrakt ist der medizinische Fachbegriff für das gesamte Verdauungssystem des menschlichen Körpers. Er bildet im Grunde ein langes, zusammenhängendes und muskulöses Rohr, das mit der Mundhöhle beginnt und sich über die Speiseröhre, den Magen, den Dünndarm und den Dickdarm bis hin zum Enddarm und dem After erstreckt. In diesem komplexen System wird die aufgenommene Nahrung in ihre kleinsten Bausteine zerlegt, damit der Körper lebenswichtige Nährstoffe aufnehmen und unverdauliche Reste wieder ausscheiden kann.
Für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist es sehr hilfreich, den Aufbau dieses Systems zu kennen, da sich die beiden Hauptformen der Erkrankung genau in ihrer Ausbreitung innerhalb dieses Traktes unterscheiden. Bei der Colitis ulcerosa beschränkt sich die Entzündung ausschließlich auf den unteren Teil des Gastrointestinaltrakts, nämlich den Dickdarm und den Enddarm. Morbus Crohn hingegen kann theoretisch an jeder beliebigen Stelle des gesamten Verdauungstraktes auftreten, von kleinen Entzündungen im Mundraum bis hin zum Darmausgang, auch wenn er am häufigsten im Übergangsbereich zwischen Dünndarm und Dickdarm vorkommt.
In Arztbriefen oder Befunden liest man häufig Abkürzungen wie GI-Trakt oder Beschreibungen von gastrointestinalen Beschwerden. Damit drückt der Arzt lediglich aus, dass Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall direkt aus dem Bereich des Verdauungssystems stammen und nicht etwa von anderen, benachbarten Organen im Bauchraum verursacht werden.
