Aphthen sind kleine, rundliche und oft schmerzhafte Schädigungen der Mundschleimhaut. Sie sehen meist aus wie winzige weiße oder gelbliche Flecken mit einem geröteten Rand. Diese kleinen Entzündungen können sich an der Innenseite der Wangen, an den Lippen, am Zahnfleisch oder am Gaumen bilden. Obwohl sie beim Essen, Trinken oder Sprechen sehr unangenehm und störend sein können, sind sie in der Regel völlig harmlos und vor allem nicht ansteckend. Meist heilen sie nach einigen Tagen bis Wochen von ganz allein wieder ab.
Bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kommen diese Veränderungen der Mundschleimhaut häufiger vor als in der restlichen Bevölkerung. Sie gelten als eine sogenannte extraintestinale Manifestation, also eine Krankheitserscheinung, die sich außerhalb des eigentlichen Darms zeigt.
Besonders bei Morbus Crohn, der theoretisch den gesamten Verdauungsweg vom Mund bis zum Enddarm betreffen kann, sind Aphthen ein bekanntes Begleitsymptom. Sie treten oft zeitgleich mit einem neuen Krankheitsschub auf und können somit ein nützliches, frühes Warnsignal dafür sein, dass die Entzündungsaktivität im Körper gerade wieder ansteigt. Auch bei Colitis ulcerosa können sie vorkommen, wenn das Immunsystem insgesamt sehr aktiv ist.
Zur Linderung der akuten Beschwerden gibt es verschiedene milde Mundspülungen, schmerzlindernde Gele oder spezielle Salben aus der Apotheke, die direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Wenn die Grunderkrankung des Darms durch die passenden Medikamente wieder in eine Ruhephase gebracht wird, verschwinden glücklicherweise meist auch die Aphthen im Mundraum wieder vollständig.
